Die Linke.SDS Bamberg

Podiumsdiskussion: "Konkordatslehrstühle und die hinkende Trennung von Staat und Kirche"

Montag 22. Dezember 2008 von Redaktion

Auch in Bamberg konnten Studenten vor wenigen Semestern die Mangelnde Trennung von Staat und Kirche deutlich spüren: Der Bischof legte gegen den von der Unileitung angedachten Professor für die Besetzung eines Philosophielehrstuhles Einspruch ein, denn dieser war nicht katholisch. Das darf er: Bei drei Lehrstühlen in Bamberg (Pädagogik, Soziologie und Philosophie), und bei 21 in ganz Bayern, haben die Bischöfe ein Vetorecht.

Konkordatslehrstühle sind aber nur ein Beispiel für die Inkonsequenz was die Trennung von Staat und Kirche angeht. So werden beispielsweise die Bischöfe inclusive ihrer Bediensteten nicht von der Kirche bzw. den Kirchensteuern gezahlt, sondern von allgemeinen Steuermitteln. Desweiteren wurden den Kirchen Posten in öffentlichen Gremien wie beispielsweise dem Rundfunkrat eingeräumt. Kostenlose Sende im öffentlich-rechtlichen Rundfunk natürlich ebenso. Auch beim Anti-Diskrimminierungsgesetz und anderen Arbeitnehmerrechten wurden für kirchliche Unternehmen großzügige Ausnahmeregelungen geschaffen, und das obwohl diese meißt zum Großteil durch den Steuermittel subventioniert werden. Insbesondere Pädagogikstudis können, spätestens bei der Jobsuche, ein Lied davon singen: Wer nicht der entsprechenden Konfession angehört hat bei europas größten nichtstaatlichen Arbeitgebern, der Diakonie und der Caritas, kaum eine Chance.

Dies alles, insbesondere das Thema Konkordatslehrstühle, soll Thema bei der Podiumsdiskussion sein.

Die Teilnehmer sind:

Prof. Heinrich Bedford-Strohm (Dekan Humanwissenschaften, Mitglied der Synode der Evang.-Luther. Kirche in Bayern, Vorsitzender der Gesellschaft für Evangelishce Theologie, ordinierter Pfarrer)

Prof. Theodor Ebert (Philosoph, Bund für Geistesfreiheit Erlangen, Humanistische Union)

Gerhard Rampp (Gymnasiallehrer, Bund für Geistesfreiheit Augsburg)

Das Erzbistum hat sich leider geweigert an der Podiumsdiskussion teilzunehmen.

Die Diskussion findet statt am 12.1. um 20 Uhr in der U5 (An der Universität 5), Raum 024


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