Stauffenberg Diskussion: Keine ausreichende Begründung
Dienstag 12. Mai 2009 von Redaktion

Am 30.04 fand die vom Arbeitskreis Politikwissenschaft initiierte Podiumsdiskussion zur möglichen Errichtung eines Stauffenberg Professur für Ethik in der Politik im Audimax statt. Von den für die bisherige Entwicklung federführenden Professoren Illies und Zintl wurde zu Beginn der Veranstaltung festgestellt, dass noch keine endgültigen Beschlüsse gefasst wurden und die Benennung des Lehrstuhls auch von der Rückmeldung aus den universitären und gesellschaftlichen Kreisen abhängig ist. Diese offene Haltung wird vom SDS ausdrücklich begrüßt.

Im Verlauf der Diskussion wurde sehr deutlich, dass die anwesenden Studierenden einer Benennung nach Graf Stauffenberg nahezu ausschließlich ablehnend gegenüberstehen. Diese Haltung wurde auf vielfältigste Weise begründet. Hier seien nur auszugsweise die rassistischen und menschenverachtenden Äusserungen des Grafen, seine lebenslange Verachtung der Demokratie, seine nahezu ein Jahrzehnt andauernde unkritische Haltung gegenüber Nationalsozialismus, dem folgenden Krieg und Verbrechen gegen die Menschenrechte zu nennen. All diese Argumente gegen eine Ehrung wurden auch von den Initiatoren nicht in Abrede gestellt. Jedoch sehen Sie im Lernprozess des Grafen das entscheidende Argument für die Errichtung eines Stauffenberg Lehrstuhls.

Über die Beweggründe dieses Lernprozesses kann man sich streiten, der SDS ist jedoch der Ansicht, dass dies allein nicht im geringsten ausreicht, um der Person Claus Schenk Graf von Stauffenberg eine Ehrung in Form einer Stiftungsprofessur zuteil werden zu lassen. Vielmehr sollte der Vorschlag von Günter Pierdzig, eine Stiftungsprofessur für Widerstand und politische Ethik einzurichten, aufgegriffen werden, um einer umfassenderen und zeitgemäßen Betrachtung Vorschub zu leisten. Bedauerlich war, dass als Hochschulgruppen nur der RCDS und der SDS auf dem Podium vertreten war.
Diverse online-Artikel über die Diskussion:
Nachrichten aus Hassfurt: Bamberg eine weitere Peinlichkeit ersparen!
Bayerischer Rundfunk: Kontroverse um Stauffenberg-Stiftungsprofessur
Welt am Sonntag: Ein Vorbild für Demokraten oder doch nur Militarist?
Die Welt: Ehren oder nicht: Bamberg Streitet über Stauffenberg